Fahrkarte in Richtung leben
Lasst Euch nie Euer Lächeln nehmen
Dezember 12, 2018

Tiefe Einblicke!

ein leben als krankenschwester
 
Viele Krankenhäuser haben ja leider einen schlechten Ruf und der Beruf als Krankenschwester ist leider auch nicht mehr so angesehen,wie er mal war.

Und trotz allem liebe ich meinen Job!

Wisst ihr warum?

Ich liebe es mit Menschen zu arbeiten





Gastbeitrag von: Anne @_lebeliebelache_



 
 
Hey☺️Ich bin Anne, 29 Jahre jung und arbeite in Berlin als Krankeschwester in einem evangelischen Krankenhaus.
Viele Krankenhäuser haben ja leider einen schlechten Ruf und der Beruf als Krankenschwester ist leider auch nicht mehr so angesehen,wie er mal war.

Die meisten Menschen wissen aber auch nicht, was dahinter steckt.
Die ganzen Schichten, die enorme körperliche und psychische Belastung, da man eine sehr große Verantwortung hat und es gibt als Krankenschwester keine Wochenenden und keine Feiertage.
Viele beschweren sich über mangelnde bzw. schlechte Versorgung.

Manche Patienten beschweren sich, weil sie während ihres Aufenthaltes keinen Arzt zu Gesicht bekamen und/oder die Schwester keine Zeit hatte.
Beschwerden über das lange Sitzen und Warten usw...Die Liste ist lang...Aber viele gucken auch nicht hinter die Kulissen.

Wir als Schwestern sind unterbesetzt, im Nachtdienst alleine mit knapp 30 Patienten.
Tagsüber 3 Schwestern, viele Patienten zum Waschen, dann die Visite, die Therapien etc.
Die Ärzte haben 24 Stunden Dienste. Sind alleine zuständig für eine Station.Wenn z.B. ein Arzt Samstag 8:00 in den Dienst geht, kommt er Sonntag 8:00 raus und muss am Montag wieder zum Frühdienst und dann 2 Wochen durch arbeiten.

Wer hält das durch?

Klar sind das alles keine Entschuldigungen für die mangelnde Versorgung, aber vielleicht könnten auch manche Menschen einfach mal hinter die Fassade gucken und ein wenig dankbarer sein.

Wir werden oft beschimpft von den Angehörigen, nicht mal gegrüßt auf Station. Manchmal fühlt man sich, als wäre man minderwertig...



 
 
Ich arbeite auf einer alptraumatologischen Station.

Wir haben 3 verschiedene Fachbereiche. 7 innternistische Betten, 8 chirurgische Betten und 10 geriatrische Betten.
Zu uns kommen halt meistens die älteren Menschen.
Menschen, die zu Hause alleine nicht mehr klar kommen, Menschen die gestürzt sind und sich z.B. den Oberschenkel gebrochen haben, Menschen mit diabetischen Füßen, Menschen mit einer Lungenentzündung usw...

Viele denken „Oh Gott, meine Oma hat sich was gebrochen. Das heißt Narkose, OP und das wars...“

Nein eben nicht.
Krankenhäuser haben sooo viele Möglichkeiten. Ich arbeite nun seit 2 Jahren auf dieser Station und sehe so viele positive Entwicklungen. Krankenhausaufenthalte können auch viel Gutes auslösen.

Es arbeiten so viele Berufsfelder zusammen.
Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Ärzte und natürlich, wir geben alles, um die Patienten wieder gesund zu pflegen.
Und die meisten schaffen es! Viele Patienten können nach der geriatrischen Reha wieder nach Hause entlassen werden. Oft sogar in einem besseren Zustand.

Die Patienten kriegen Wasch-Anziehtraining und werden in Gruppen zusammen gesetzt, um das Soziale zu pflegen.
Aber viele sehen diese harte Arbeit nicht. Wir mobilisieren die Patienten mehrmals täglich, führen Gehtrainig durch und müssen sie nachts mehrmals lagern.

Fast jede Krankenschwester hat extreme Rückenbeschwerden, muss regelmäßig zur Physiotherapie, im schlimmsten Fall zum Osteopathen.
 
 
Da ich auf einer alptraumatologischen Station arbeite,hab ich natürlich sehr viel mit dementen Patienten zu tun.
Oft wird man beschimpft,angespuckt,gekniffen usw.,aber leider beschäftigen sich (aus Zeitmangel) zu wenige mit dem Thema Demenz.

Warum tun demente so etwas?

Jeder hat seine Gründe. Demente Patienten können sich schlecht an neue Orte und Situationen anpassen.
Sie brauchen ihr gewohntes Umfeld. Man weiß auch nie,was sie in der Vergangenheit erlebt haben.

Wenn man sich damit auseinander setzt,versteht man vieles besser!
 
 

Und trotz allem liebe ich meinen Job!



Wisst ihr warum?

Ich liebe es mit Menschen zu arbeiten, Verbesserungen zu sehen, mir Dinge aus ihrem Leben anzuhören.
Gerade die älteren Menschen haben so viele tolle und auch spannende Geschichten zu erzählen.
Da viele dieser Patienten alleine leben, sind sie dankbar.
Dankbar dafür, dass einfach Jemand da ist.

Auch wenn sie es nicht immer zeigen können durch ihre Krankheit!
Ich gehe jeden Tag mit einem tollen Gefühl nach Hause.
Ich zaubere jeden Tag mind. einem Menschen ein Lächeln ins Gesicht und tue was Gutes.

Und das reicht mir!

Ich erreiche was mit meinen Beruf.
Ich bin nicht nur Krankenschwester, sondern auch eine Bezugsperson für viele ältere Menschen!



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