Zurück nach Hause Zwischen Hoffnung und Verzweiflung
Nach meiner Bandscheiben-OP und der Reha stand unser Hausbau kurz vor der Fertigstellung. Mein Mann hatte es irgendwie geschafft, neben seinem Job und meinen gesundheitlichen Eskapaden alles so weit vorzubereiten, dass wir endlich umziehen konnten.
Für mich war das ein Lichtblick. Endlich ein Neuanfang! Doch meine Euphorie wurde schnell gedämpft.
Kündigung wegen Bandscheibenvorfall
Kaum zu Hause, rief mein Chef an. Ich war sicher, er wollte wissen, wie es mir geht oder wann ich wieder arbeiten könnte. Stattdessen sprach er die Kündigung aus – während meiner Krankschreibung.
Das Bittere daran: Er war selbst Physiotherapeut, behandelte regelmäßig Patienten mit Bandscheibenvorfällen und hatte sogar eigene Erfahrungen damit gemacht. Zuvor hatte er mir versichert, dass alles kein Problem sei, und sogar eine Vertretung für meine Auszeit organisiert.
Trotz der Ungerechtigkeit und meines Schocks fehlte mir die Kraft zu diskutieren. Ich nahm die Kündigung hin und zog mich zurück.

Die Belastung wächst
Der Umzug war im vollen Gange. Alle arbeiteten, schleppten Möbel, packten Kisten – nur ich nicht. Mir wurde gesagt, ich solle mich schonen. Aber das Gefühl, nutzlos herumzustehen, fraß mich innerlich auf.
Die Tage zogen sich wie Kaugummi. Minuten wurden zu Stunden, und die Langeweile mischte sich mit immer größer werdenden Zukunftsängsten. Mein psychischer Zustand war am Tiefpunkt.
Die Suche nach Hilfe
Da ich körperlich kaum belastbar war, hatte ich umso mehr Zeit, im Internet nach Erfahrungen anderer Bandscheibenpatienten zu suchen. Schnell wurde klar, dass ich nicht allein war: Viele Menschen kämpften mit den gleichen psychischen Folgen, manche so stark, dass sie in psychiatrische Kliniken mussten.
Ich wollte es nicht so weit kommen lassen und suchte Hilfe bei einer Psychotherapeutin. Sie hörte mir geduldig zu, während ich meine gesamte Geschichte erzählte. Ihr Fazit: Der Bandscheibenvorfall war nur der Auslöser, meine Angst und Überforderung saßen viel tiefer.
Neue Diagnose – neuer Schock
Um auf Nummer sicher zu gehen, riet sie mir zu einem Kontroll-MRT. Das Ergebnis: ein kleiner Bandscheibenvorfall an der gleichen Stelle. Die Ärzte beruhigten mich, er würde sich von selbst zurückbilden.
Physiotherapie sollte helfen, doch aufgrund des begrenzten Budgets bekam ich kein Rezept. Stattdessen wurden mir Rückenschule und Eigenübungen empfohlen. Das reichte hinten und vorne nicht.
Ein neuer Job – eine neue Katastrophe
Nach einiger Zeit fand ich eine neue Arbeitsstelle. Zwischen mir und dem Vertrag standen nur zwei Tage Probearbeit. Aber nach diesen zwei Tagen – auf einem harten Stuhl – bekam ich einen Rückfall mit starken Schmerzen. Der Job war Geschichte, bevor er überhaupt begonnen hatte.
Schmerz und Frust
Ich wollte um jeden Preis vermeiden, wieder ins Krankenhaus zu müssen, also probierte ich alles: Schmerztabletten, Cortisonspritzen, Schonung. Nichts half. Nach zwei Wochen unerträglicher Schmerzen entschied ich mich, eine private Schmerztherapie zu beginnen – eine Empfehlung meiner Psychotherapeutin.
Der Haken? Der früheste Termin war erst in zwölf Wochen.
Was in der Schmerzklinik passierte, erfährst du im nächsten Blogeintrag.










