Veränderung beginnt ohne Glitzer
Veränderung beginnt, wenn du dich nervst
Warum es kein Ziel gibt, nur ein Wieder-Losgehen
Ich hab nie aufgehört, Pläne zu machen.
Und das, obwohl ich genau weiß: Das Leben interessiert sich einen feuchten Dreck dafür.
Ich hab To-do-Listen geschrieben, Visionboards gebastelt, Routinen ausprobiert. Ich hab begonnen, aufgehört, neu begonnen. Und oft genug gedacht: Jetzt hab ich’s. Jetzt bin ich wirklich bereit.
Spoiler: War ich nicht.
Oder sagen wir – nicht für das, was dann kam.
Denn das Leben, dieses unberechenbare, bockige, großartige Ding, hat selten auf meine Pläne gewartet.
Es hatte eigene Ideen.
Manchmal war es laut. Manchmal leise.
Manchmal kam es wie ein Sturm –
und manchmal wie ein leerer Akku, bei dem nichts mehr leuchtet.
Und da saß ich dann.
Nicht zum ersten Mal. Nicht zum letzten.
Mit dem Gefühl, dass ich eigentlich schon weiter sein wollte.
Ich war müde.
Nicht nur vom Alltag oder vom Körper,
sondern vom ewigen Wollen – ohne Ankommen.
Aber weißt du, was mir in genau diesen Momenten immer wieder auffällt?

Niemand kommt.
Niemand steht vor der Tür und sagt:
„Ich hab hier ein bisschen Motivation für dich. Magst du aufmachen?“
Niemand übernimmt den Antrieb.
Niemand macht den ersten Schritt für dich.
Und das ist bitter. Und befreiend.
Beides.
Denn so viel wie mich das manchmal nervt – so sehr macht es mich auch frei.
Weil ich selbst entscheiden kann, ob ich heute wieder losgehe.
Ob ich mich wieder zusammenraffe.
Ob ich meinen inneren Schweinehund kraule, ihn „Karl-Heinz“ nenne und ihm trotzdem nicht das Ruder überlasse.
Ich bin kein Durchstarter-Typ.
Ich bin nicht die, die morgens aufwacht, motiviert in die Laufschuhe springt und dann produktiv die Welt rettet.
Ich bin eher die, die sich dreimal umdreht, den Kaffee zu lange stehen lässt und sich dann mit einem Seufzen aufrafft, weil sie tief drin weiß: Niemand kommt.
Und genau deshalb lohnt es sich.
Trotz Rückfällen.
Trotz Zweifel.
Trotz dieser Tage, an denen man selbst nicht weiß, wer man ist und wofür man das alles macht.
Veränderung beginnt für mich nicht, wenn ich ein neues Kapitel aufschlage.
Sie beginnt dort, wo ich mein eigenes Genöle nicht mehr hören kann.
Wenn ich merke: Ich hab dieselben Gedanken wie gestern. Und vorgestern.
Und dass sie mich nicht weiterbringen.
Nicht wachsen lassen.
Nicht atmen lassen.
Dann kommt dieser eine, klitzekleine Gedanke:
„Mach jetzt einfach irgendwas. Für dich. Nicht für andere. Nicht für Applaus. Nur, weil du dich selbst ernst nimmst.“
Manchmal ist das der Anfang.
Nicht für ein neues Leben.
Aber für einen neuen Moment.
Und manchmal reicht genau das.









